Veränderungen an der Milz werden beim Hund oft zufällig entdeckt – etwa bei einer Ultraschalluntersuchung. Nicht jeder Milztumor ist bösartig: Ein Teil sind harmlose Knoten oder Blutergüsse. Ein anderer Teil sind bösartige Tumoren, am häufigsten das Hämangiosarkom. Was genau dahintersteckt, lässt sich vor der Operation leider nicht sicher sagen.
Warum Milztumoren gefährlich sind
Die Milz ist stark durchblutet. Milztumoren – gut- wie bösartige – können deshalb einreißen und in den Bauchraum bluten. Bis dahin verursachen sie oft keinerlei Beschwerden.
Anzeichen einer Milzblutung: plötzliche Schwäche oder Kollaps, blasse Schleimhäute, schnelle Atmung und ein aufgetriebener Bauch. Das ist ein Notfall – kommen Sie bitte sofort zu uns, nach telefonischer Anmeldung unter 05522 90060.
So stellen wir die Diagnose
Im Ultraschall sehen wir den Tumor und erkennen, ob bereits Blut im Bauchraum ist. Ist Ihr Hund stabil, führen wir vor der Operation eine Computertomographie durch, die mögliche Metastasen – etwa in Leber oder Lunge – zeigt. Bei einer akuten Blutung operieren wir dagegen in der Regel ohne vorheriges CT, denn dann zählt jede Minute. Weil das Hämangiosarkom auch am Herzen auftreten kann, untersuchen wir, wenn möglich, zusätzlich das Herz per Herzultraschall.
Eine Gewebeprobe direkt aus der Milz entnehmen wir in der Regel nicht: Das Blutungsrisiko ist hoch, und das Ergebnis wäre oft nicht aussagekräftig. Die sichere Diagnose bringt die pathologische Untersuchung der entfernten Milz.
Behandlung
Die Entfernung der Milz ist Behandlung und Diagnose zugleich. Ein Hund kann ohne Milz ganz normal weiterleben – andere Organe übernehmen ihre Aufgaben. Hat der Tumor bereits geblutet, ist eine rasche Operation nötig, bei Bedarf mit Bluttransfusion – dafür sind wir auf Blutspender angewiesen. Nach der Operation betreuen wir Ihren Hund stationär.
Wie sind die Aussichten?
Das hängt ganz vom Ergebnis der pathologischen Untersuchung ab: Bei einer gutartigen Veränderung ist Ihr Hund nach der Operation geheilt. Handelt es sich um ein bösartiges Hämangiosarkom, ist die Prognose leider vorsichtig – mehr dazu unter Hämangiosarkom beim Hund.


