Weichteilsarkome – auch Spindelzellsarkome genannt – sind bösartige Tumoren, die aus dem Bindegewebe entstehen: aus Fasergewebe (Fibrosarkom), Fettgewebe (Liposarkom), Muskulatur, Nervenhüllen oder Gefäßwänden. Weil sie sich unter dem Mikroskop sehr ähneln und ähnlich verhalten, fasst man sie unter einem Begriff zusammen. Sie treten vor allem bei Hunden mittleren und höheren Alters auf – meist in der Haut und Unterhaut an Rumpf und Beinen.
Warum der Knoten trügt
Viele Weichteilsarkome fühlen sich wie ein glatter, gut abgegrenzter Knoten an. Tatsächlich bildet der Tumor aber nur eine Scheinkapsel: Von ihr aus wachsen feine, mit bloßem Auge unsichtbare Ausläufer in das umliegende Gewebe. Wird der Knoten nur „herausgeschält“, bleiben diese Ausläufer zurück – und der Tumor wächst nach. Deshalb gilt: Die erste Operation ist die wichtigste.
Metastasen bilden Weichteilsarkome bei niedrigem Bösartigkeitsgrad selten, bei hohem Grad häufiger – dann meist in die Lunge.
Sonderform: Fibrosarkom im Maul
Fibrosarkome können auch im Maul entstehen, häufig bei großen Hunden. Unter dem Mikroskop wirken sie oft harmlos, wachsen aber aggressiv in den Kieferknochen ein. Ist die Entfernung eines Kieferanteils nötig, überweisen wir Ihren Hund nach Biopsie und CT an spezialisierte Kolleginnen und Kollegen.
So stellen wir die Diagnose
Am Anfang steht eine Zellprobe mit einer feinen Nadel. Sie gibt einen ersten Hinweis – bei Sarkomen lösen sich die Zellen allerdings oft schlecht, sodass das Ergebnis nicht immer eindeutig ist. Vor der Operation führen wir eine Computertomographie durch, um die Ausdehnung des Tumors und mögliche Metastasen zu beurteilen.
Ist der Tumor operabel, entfernen wir ihn mit großem Sicherheitsabstand. Anschließend untersucht der Pathologe das gesamte entfernte Gewebe: Er bestimmt den Bösartigkeitsgrad (Grad 1 bis 3) – anhand der Ähnlichkeit zum Ursprungsgewebe, der Zellteilungsrate und des Anteils abgestorbenen Gewebes – und prüft, ob der Tumor vollständig entfernt wurde.
Behandlung
Die vollständige Entfernung mit großem Sicherheitsabstand ist die Behandlung der Wahl – in der Regel etwa 2–3 cm gesundes Gewebe rundherum und eine Gewebeschicht in die Tiefe. Wurde der Tumor nicht vollständig entfernt, empfehlen wir eine Nachoperation oder eine Strahlentherapie. Für Strahlen- und Chemotherapie arbeiten wir mit spezialisierten Kolleginnen und Kollegen zusammen.
Wie sind die Aussichten?
Wird ein Weichteilsarkom mit niedrigem Bösartigkeitsgrad vollständig entfernt, ist Ihr Hund in vielen Fällen geheilt. Je höher der Grad und je unvollständiger die Entfernung, desto größer ist das Risiko für ein erneutes Wachstum oder Metastasen.
Unser Rat: Lassen Sie jeden neuen oder wachsenden Knoten untersuchen, bevor er entfernt wird.


